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Die Welt der Schiffe / Fischereifahrzeuge

Fischereifahrzeuge

Die Fischerei in Küsten- und Binnengewässern lässt sich bereits in Frühzeit der Menschheit nachweisen, wie prähistorische Angelhaken aus Knochen beweisen. Wahrscheinlich dienten bereits die ersten Ruderboote der Menschheitsgeschichte genau diesem Zweck.

 

Küstenfischerei unter Segeln: Im 19. Jahrhundert entwickelten sich in den europäischen Randmeeren zahlreiche spezialisierte Typen von Fischfangbooten für den küstennahen Bereich. In den Wattenmeeren entstanden flachgehende Boote wie der deutsche Kielewer und der niederländische Botter. Um die schweren Netze ziehen zu können und um den verderblichen Fang schnell in den Hafen zu bringen, hatten diese Boote in der Regel sehr große Segelflächen.  Solche rein segelgetriebenen Fischerboote waren bis in 20. Jahrhundert hinein im Einsatz.

Das Fischerboot MARGARETHA war ein typisch niederländischer Botter, wie sie um das Jahr 1900 für den Einsatz auf der flachen Zuidersee gebaut wurden.

Der Segel-Besanewer MARIA von 1880 war einer der letzten an der Niederelbe gebauten Fischerei-Ewer , die in dieser Zeit von den leistungsfähigeren Segel-Fischkuttern abgelöst wurden.

Der 1912 gebaute französische Thunfischfänger PASSIM hatte ein ungewöhnliches Schicksal: Im 2. Weltkrieg wurde er zum Transport von Agenten von und nach Südamerika eingesetzt.

Hochseefischerei unter Segeln: Mit der Entdeckung der reichen Fischbestände im Nordatlantik begann bereits im 16. Jahrhundert das Kapitel der Hochseefischerei von Segelschiffen aus, das ebenfalls bis in das 20. Jahrhundert Bestand hatte. So betrieben die Franzosen im 19. Jahrhundert vor Island und die Portugiesen vor Neufundland sogar noch nach dem ersten Weltkrieg die Kabeljau-Fischerei mit Dories, die von Mutterschiffen ausgesetzt wurden. Eine Dory ist ein kleines, mit einem oder zwei Mann besetztes Boot, von dem Leinenfischerei betrieben wurde. Die Beute wurde zum Mutterschiff gebracht, dort zerlegt und eingesalzen. 

Die 1911 gebaute französische  LA GLYCINE fuhr nur noch wenige Jahre als Islandschoner, bevor die Dory-Fischerei vor Island aufgegeben wurde. Der Schoner wurde daher später zum Frachtsegler umgebaut.

Hochsee-Fischdampfer: Aber das Ende der Fischerei unter Segeln war schon im 19. Jahrhundert in Sicht. Immer mehr Fischdampfer wurden gebaut. Der Maschinenantrieb bot eben enorme Vorteile bei Schleppleistung und Geschwindigkeit. Nach Ende des 1. Weltkrieg standen dann zahlreiche ehemalige Hilfskriegsschiffe zur Verfügung, die schnell zu Fischereifahrzeugen umgerüstet werden konnten. Außerdem hatte sich die Motorentechnik in den vier Kriegsjahren enorm weiter entwickelt. Motoren konnten im Gegensatz zu Dampfmaschinen auch auf kleinen Küstenfischerei-Fahrzeugen eingebaut werden. 

Moderne Hochsee-Hecktrawler: Bald nach Ende des 2. Weltkriegs wurde die Dampfmaschine auch auf Hochsee-Trawlern durch den Dieselmotor abgelöst. Ende der 1950er Jahre kamen die ersten Hecktrawler zum Einsatz, die sich innerhalb von 10 Jahren weitgehend gegen die bilang üblichen Seitentrawler durchsetzten. Außerdem erlebten sogenannte Vollfroster ihren Durchbruch: aus solchen Fabrikschiffen wird der Fang bereits an Bord verarbeitet, filetiert und eingefroren. 

Die große isländische Hecktrawler BLAENDUR (1732 BRT) lief 1973 vom Stapel. Es handelt sich um einen "Vollfroster", also ein Fabrikschiff, in dem der Fang bis hin zur verkaufsfähigen Ware verarbeitet wird.

Der Hecktrawler BJÖRGULFUR wurde 1977 von der isländischen Werft Slippstöðin h/f in Akureyri für die in der selben Stadt beheimatete Firma Samherij h/f gebaut. 

Der  mit 893 GRT vermessene isländische Hecktrawler SIGURBJÖRG OF1 wurde 1979 von der Fa. Slippstödin H/F in Akureyri, Island gebaut. Es handelt sich auch bei diesem Schiff um einen Vollfroster. 

Als der 1987 gebaute Hecktrawler ATLANTIC PEACE im Jahr 2009 verkauft wurde, ging ein Stück der deutschen Seefahrtsgeschichte zu Ende: Das Schiff war der letzte in deutschem Besitz befindliche Trawler.

Der mit 522 BRZ vermessene isländische Hecktrawler EYBORG ST 59 wurde 1993 von der Fa. Sao Jacinto in Aveiro, Portugal gebaut. Das Schiff dient als Garnelenfänger.

Der Hecktrawler ODDEYRIN wurde im Jahr 2000 in Spanien für eine norwegische Firma gebaut. Bereits im Februar 2007 verkauften die Norweger den Vollfroster an die isländische Firma Samherij h/f. 

Moderne Hochsee-Ringwadenfänger: Ein Spezialtyp des modernen Trawlers ist der Ringwadenfänger. Beim Ringwaden-Fang wird ein großes Stellnetz ausgebracht, mit dem Fischschwarm ringförmig eingekreist wird und das dann am unteren Ende unten zusammen gezogen wird  (Bild siehe HøGIKLETTUR FD 64). Ringwadenfänger besitzen zumeist keine große Aufschleppe im Heck wie bei klassischen Heckfängern, sondern nur eine kleine zum Einbringen des leeren Netzes. Die Beute - meist kleinere Schwarmfische - wird  aus dem geschlossenen Ringwadennetz mit einem Schlauchsystem abgesaugt. 

Der heute auf der Färöern registrierte Ringwaden-Trawler HøGIKLETTUR FD 64 wurde 1987 in Schweden gebaut und war über die Jahre unter mehreren Namen im Einsatz.

Der Ringwadenfänger FD 42 JUPITER wurde 1994 in Norwegen auf shetlandische Rechnung gebaut und unter dem Namen LK 429 "Altair" in Dienst gestellt.

Der isländische Ringwadenfänger EA 710 MARGRET trägt seinen heutigen Namen erst seit 2015 und hieß vorher LK 419 "Antares". Das Schiff wurde 1996 in Norwegen für britische Eigner gebaut. 

Moderne Hochsee-Langleinenfänger: Ein weiterer Spezialtyp des modernen Trawlers ist der Langleinen-Fänger. Bei dieser Fangtechnik werden kilometerlange Leinen mit hunderten beköderten Haken ausgebracht, zumeist seitlich oder vom Heck des Fangschiff aus. Diese Fangtechnik ist unter anderem wegen des "Beifangs" von Seevögeln in Verruf geraten. Moderne Langleinenfänger wie die EA 305 ANNA bringen die Leine daher unter Wasser außerhalb der Sicht der Seevögel aus. 

Bei der EA 305 ANNA handelt es sich um einen großen, als Vollfroster ausgestatteten Langleinen-Fänger, mit dem in isländischen Gewässern nach Kabeljau gefischt wird. 

Auf einen Blick

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