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Die Welt der Schiffe

Kriegsschiffe

Die Geschichte der Kriegsschiffe begann bereits in der Antike. Galeeren waren die ersten speziell für den Kampfeinsatz gebauten Schiffe. Solche Ruderschiffe blieben weit bis in Mittelalter hinein die bevorzugten Mittel zur Seekriegsführung. Bei den geschichtlich fast ebenso alten Segelschiffen blieb allerdings die Trennlinie zwischen Handels- und Kriegsschiffe über Jahrtausende unscharf. 

Römische Flussgaleere "Mainz A": Aus der Endphase des römischen Reiches stammt das in Mainz ausgegrabene Wrack einer römischen Flussgaleere, die 407 dort selbst versenkt wurde.

 

Die Entwicklung des Segel-Kriegsschiffs ab den 15. Jahrhundert
Erst die Einführung von Schwarzpulver-Kanonen, die nur in begrenzten Maße auf Galeeren aufgestellt werden konnten, machten ab dem 15. Jahrhundert das Segelschiff für die Kriegsführung interessanter. Ende des 15. Jahrhunderts wurde die mit einem Deckel verschließbare Stückpforte in der Bordwand erfunden, die erst die Aufstellung zahlreicher Kanonen in der Breitseitslinie von Segelschiffen ermöglichte, ohne die Seefähigkeit des kanonentragenden Schiffes zu stark zu beeinträchtigen. Im 16. Jahrhundert war das Segel-Kriegsschiffbereits in fast allen Belangen dem geruderten Schiff überlegen, das schnell nur noch in Form von Kanonenbooten zur Küstenverteidigung zum Einsatz kam. Das Segel-Kriegschiff wurde bis ins 19. Jahrhundert immer weiter optimiert, blieb aber in seiner Grundform über diese Zeit erhalten. Es wurde aber schnell größer und immer spezialisierter. So wuchs das Linienschiff als Hauptkampfschiff der Schlachtflotten von 1000 Tonnen im 16. Jahrhundert auf über 5000 Tonnen im 19. Jahrhundert an. Die berühmte VICTORY von 1765 verdrängte bereits 3225 Tonnen.

HMS OXFORD war eine britische 34-Kanonen-Fregatte, die als Flaggschiff des berühmt-berüchtigten Piraten Henry Morgan bekannt wurde. Am 2. Januar 1669 geriet sie vor Haiti versehentlich in Brand und sank.

Das 1765 fertig gestellte Linienschiff HMS VICTORY war Nelson's Flaggschiff in der Schlacht von Trafalgar. Sie schwamm bis 1922 auf eigenen Kiel und liegt heute als Museumsschiff in Portsmouth.

Schnelle Segelkriegsschiffe für Sonderaufgaben

Schnelle Fregatten und Korvetten entstanden und übernahmen Aufklärungsaufgaben für die Flotte und den Geleitschutz von Handelsschiffen. Der Kriegsschoner entwickelte sich zum Schnellboot seiner Zeit. Ein frühes Beispiel ist die HALIFAX von 1765. Einmastige Kriegschiffe wie die Sloop PROVIDENCE von 1775 wurden für Unterstützungs- aufgaben im Küstenvorfeld und als Depeschenboote verwendet. 

Die ebenfalls 1765 gebaute HMS HALIFAX ist ein frühes Beispiel für einen schnellen Kriegs-Schoner. Wie zu dieser Zeit üblich, war das Schiff mit Rahtopsegeln an beiden Masten ausgestattet.

Die 1775 gebaute USS Providence ist ein gutes Beispiel für ein ein- mastiges Segelkriegsschiff. Solche Fahrzeuge wurde bis etwa 1800 meist als Sloops und danach insbesondere in England als Kutter bezeichnet.

Die letzten Kriegs-Segelschiffe

Erst die Erfindung der Dampfmaschine führte im 19. Jahrhundert zu einer grundlegenden Änderung. Dampfkraft wurde als Hilfsantrieb genutzt. Die dänische Fregatte JYLLAND ist eines der Beispiele dafür. Mit der Entwicklung der Sprenggranate ging das Zeitalter der Segel-Kriegsschiffe um 1860 unweigerlich zu Ende. Die "Wooden Walls" hatten der Feuerkraft moderner Geschütze und der Explosionswirkung von Sprenggranaten schlichtweg nichts mehr entgegen zu setzen. Einige wenige bewaffnete Segelschiffe wurden aber selbst noch im 20. Jahrhundert aktiv im Kampf eingesetzt: als U-Boot-Fallen, Hilfskreuzer wie SMS SEEADLER im I. Weltkrieg oder für Spezialaufgaben wie die Ketsch KFK 203 im II. Weltkrieg. 

Die 1860 fertig gestellte Dampffregatte JYLLAND war das letzte hölzerne Kriegsschiff der dänischen Marine und auch eines der letzten ihrer Art weltweit. Auch sie blieb der Nachwelt als Museumsschiff erhalten.

Das 1888 gebaute stählerne Vollschiff "Pass of Balmaha" wurde im 1. Weltkrieg von einem deutschen U-Boot aufgebracht und zum Segel-Hilfskreuzer SMS SEEADLER umgebaut.

KFK 203 war einer der im 2. Welt­­k­rieg gebau­ten Kriegs­fisch­kutter. Noch vor Fertig­stel­lung wurde KFK 203 für Spe­zial­­aufgaben vorge­sehen und dafür zu einem Segel­­schiff umgebaut. Sein Schicksal ist nicht bekannt.

Kriegsschiffe aus Eisen und Stahl

Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten gepanzerten Kriegsschiffe und bald darauf auch völlig aus Eisen und Stahl gebaute Fahrzeuge. Die Geschütze wurden immer größer und der Hinterlader löste den alterwürdigen Vorderlader ab. Unterwasserwaffen in Form von Torpedos und Minen wurden eingeführt. Am Ende des 19. Jahrhunderts war das mit Geschütztürmen bewaffnete Kriegsschiff entstanden, das in seiner grundsätzlichen Form bis 1945 Bestand hatte.

Der 1892 gebaute Kreuzer IV. Klasse S.M.S. CORMORAN war für den Einsatz in Übersee vorgesehen. Er stand mit Unterbrechung bis 1914 im Dienst und wurde im September 1914 in Tsingtau selbst versenkt.

Der 1905 fertig gestellte Kreuzer HMAS ENCOUNTER war nach seiner Übergabe von Großbritannien an Australien das erste größere Kriegschiff der australischen Marine. Er wurde 1932 vor Sydney selbst versenkt.

Der deutsche Hilfskreuzer S.M.S. CORMO­RAN (II)  entstand 1914 aus dem von der "Emden" (s.u.) gekaperten, 1909 gebauten Frachter "Rjäsan". Es wurde 1914 vor der Pazifik-Insel Guam selbst versenkt.

Der 1910 in Dienst gestellte Kleine Kreuzer EMDEN machte 1914 Schlagzeilen, als er innerhalb weniger Wochen im Indischen Ozean zwei gegnerische Kriegsschiffe und 23 Handelsschiffe versenkte.

Der Hilfskreuzer ATLANTIS führte 1940/41 die längste ununterbrochene Kriegsfahrt eines Kriegsschiffs beider Weltkriege durch. Im November 1941 wurde das Schiff nach 622 Seetagen im Südatlantik versenkt.

Der bewaffnete Fischdampfer HMT SIR LANCELOT war das erste Schiff der acht Einheiten umfassenden "Round-Table"-Klasse, die ab 1941 von der britischen Marine in Dienst gestellt wurden.

Nach 1945: Die letzte große waffentechnische Änderung war die Erfindung der gelenkten Rakete, die nach 1945 schnell die Geschütze verdrängte, wenn auch nicht vollständig. Auf kleineren Fahrzeugen wie Minensuchbooten und Küstenwachschiffen blieb die Bewaffnung mit Geschützen dominierend.

Das 1953 in den USA gebaute Küstenminensuchboot ALTA gehört zur 110 Einheiten starken Adjutant-Klasse. 1996 außer Dienst gestellt, liegt es nun als aktives Museumsschiff im Osloer Hafen.

Eine der Hauptattraktionen des Seefahrts-Museums VIKIN in der isländi­schen Hauptstadt Reykjavik ist das 1960 in Dienst gestellte ehemalige Kanonenboot ÓðINN. 

Der 1969 in Dienst gestellte Lenkwaffen­zerstörer MÖLDERS gehörte mit seinen beiden Schwes­ter­schiffen zu den ersten, mit weitreichenden Raketen bewaff­neten Kriegsschiffen der Bundes­marine.

Auf einen Blick

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Die Homepage von Klaus Intemann mit Informationen über Modellschiffe und ihre realen Vorbilder.

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